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Katja Stol Siegerin beim Jugendpreis
“Mensch – gut gemacht!”

 Unter dem Motto “Mensch – gut gemacht!” vergab die Stadt Karlsruhe einen Jugendpreis für das soziale Engagement und den persönlichen Einsatz junger Menschen.

Auch zwei Mädchen von der Elternschule “Alle unter einem Dach” im Rahmen des gleichnamigen Projektes der Landsmannschaft (Leiterin Emilia Schmackow) beteiligten sich an dem Wettbewerb – Katja Stol (18) und Tatjana Gergenreder (16). Mit dem Projekt “Mach dich stark” gewann Katja Stol den 1. Platz beim Jugendpreis in der Altersgruppe 15-18 Jahre. In der Schlussveranstaltung würdigte Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich das Engagement der jungen Menschen, die, so die Urkunde, “mit ihrem Einsatz einen wertvollen Beitrag für die Entwicklung Karlsruhes als lebenswerte Stadt geleistet haben”.

Seit über zwei Jahren engagiert sich Katja Stol ehrenamtlich in der Kinderbetreuung der Elternschule, die im April 2007 ihre Arbeit aufgenommen hat. Katja ist Babysitterin bei der Familie Drobot, die sie vor einigen Jahren kennen gelernt hat. Kevin war damals noch ganz klein, und seine Mutter Elena Drobot hatte Erziehungsurlaub. Als Kevin vier Jahre alt wurde, wollte die Mutter wieder in ihren Beruf einsteigen. Aber wer sollte den Kleinen betreuen, wenn Elena zur Frühschicht musste? In dieser schwierigen Situation bot Katja ihre Hilfe an: Jede zweite Woche, wenn Elena Frühschicht hatte, kam Katja um 6 Uhr morgens, fütterte Kevin, zog ihn an und brachte ihn in den Kindergarten. Dabei war sie noch Schülerin und hatte viele eigene Verpflichtungen.

Es war für Katja selbstverständlich, dass sie die Familie nicht im Stich ließ. Die Familie Drobot schätzt Katjas Engagement sehr hoch – auf das Mädchen kann man sich jederzeit verlassen! Auch Kevin bringt “seiner Kathi” viel Vertrauen und Liebe entgegen. In diesem Jahr wurde er eingeschult, nun bringt ihn Katja zur Schule. Sie selbst sucht einen Ausbildungsplatz.

Ihren ehrenamtlichen Einsatz hält sie nicht für etwas Besonderes. “Hilfsbereitschaft gehört zu unserer Familie, so sind meine Eltern, so haben sie uns Kinder erzogen. Wenn man Gutes tut, bekommt man auch Gutes zurück. Und man genießt Vertrauen und Respekt”, sagt sie.

Auch Tatjana Gergenreder engagiert sich ehrenamtlich in der Elternschule. Ihre ganze Familie ist Mitglied der Landsmannschaft und beteiligt sich an den verschiedensten Aktivitäten. Tatjana hat vor vier Jahren in der Jugendtanzgruppe “Butterfly” der Ortsgruppe Karlsruhe angefangen und ist seither mehrfach erfolgreich aufgetreten. Später wurden dort Tanzgruppen für kleine Kinder gegründet. Als dann die Elternschule startete, suchte die Projektleiterin jemanden, der die Kinder betreuen konnte.

Tatjana nahm die Herausforderung an. Dank ihrem Fleiß, ihrer Hilfsbereitschaft und ihrer herzlichen Art meistert sie die nicht eben leichte Aufgabe wunderbar. Jeden Mittwoch betreut sie nachmittags acht bis zehn Kinder. Sie spielt mit ihnen und bastelt, malt und liest vor. Tatjana versteht es auch großartig, die Kinder zu beruhigen oder zu trösten. So konnte sie die Kleinen in kürzester Zeit für sich gewinnen und wird von den Eltern manchmal sogar nach Rat gefragt.

Das alles macht Tatjana stolz und gibt ihr den Mut weiterzumachen. Ebenso wie Katja hält auch sie ihr Engagement für selbstverständlich und meint, sie könne dabei viel lernen und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Die Elternschule ist nur eines der Angebote des landsmannschaftliches Projektes „Alle unter einem Dach“, das seit September 2006 läuft und durch das Bundesministerium des Innern über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird. Mit verschiedenen Aktivitäten in den Bereichen Sport, Theater, Musik und Tanz will das Projekt sowohl Kindern und Jugendlichen als auch erwachsenen Zuwanderern Hilfestellungen bei der Orientierung und Integration geben.

Die Projektleiterin Emilia Schmackow, eine ehemalige Dozentin für russische Sprache und Literatur aus St. Petersburg mit vielfältigen Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, und ihre zahlreichen Helfer arbeiten in engster Kooperation mit der Stadtverwaltung Karlsruhe sowie mit verschiedenen Ämtern und Vereinen vor Ort zusammen.

VadW

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