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Zum Gedenken an die Opfer der Verfolgung und Vertreibung



Wir laden Sie herzlich ein zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung der Landsmannschaft am 21. August ab 13 Uhr auf dem Gelände des Grenzdurchgangslagers Friedland. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff übernommen.

Wie bereits in den vergangenen Jahren gedenkt die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland auch in diesem Jahr im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung der Vertreibung der Russlanddeutschen nach dem verleumderischen Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941 “Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen”, der über die gesamte Volksgruppe eine Tragödie mit weitgehenden Folgen heraufbeschwor.

Der bekannte Historiker und stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Dr. Alfred Eisfeld, schreibt zu den damaligen Vorgängen in seiner Broschüre "Etappen eines langen Weges":

"Am 26. August 1941 verabschiedete das ZK der WKP(B) einen Beschluss über die Deportation aller in den Wolgarayons lebenden Deutschen. Zwei Tage später, am 28. August, wurde unter fragwürdigen Umständen der Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR unterzeichnet, in dem den Wolgadeutschen zur Last gelegt wurde, 'Tausende und aber Tausende Diversanten und Spione' in ihren Reihen verborgen zu halten, die 'nach dem aus Deutschland gegebenen Signal Explosionen in den von den Wolgadeutschen besiedelten Rayons hervorrufen sollten'. Drei Tage später, am 31. August 1941, beschloss das Politbüro der WKP(B), in neun Gebieten der Ukraine alle 'antisowjetischen Elemente' unter den Deutschen zu verhaften und alle deutschen Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren in Baubataillone zu überstellen. Binnen weniger Tage wurden 18.600 Männer in 13 Baubataillonen zusammengefasst und auf Baustellen der Rüstungsindustrie eingesetzt.

Zwischen dem 31. August und dem 20. September 1941 wurden aus der Wolgarepublik über 365.000 Deutsche und aus den Gebieten Saratow und Stalingrad weitere 72.951 Deutsche nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Haus und Hof mussten sie zurücklassen. Die Deportierten erhielten Bescheinigungen über das zurückgelassene Eigentum, das ihnen am neuen Aufenthaltsort ersetzt werden sollte."



Zu betonen ist jedoch, dass in dem Erlass zwar nur die Wolgadeutschen genannt wurden, von den Vertreibungen und Verfolgungen des Sowjetstaates aber letztendlich alle Deutschen des Landes betroffen waren, also auch die im Schwarzmeergebiet, am Dnjepr, auf der Krim, im Kaukasus oder in den anderen Siedlungsgebieten.

Auch diesmal trifft man sich unter der Regie der Landesgruppe Niedersachsen der Landsmannschaft (Vorsitzende Lilli Bischoff) in Friedland, das nach wie vor für die meisten Vertriebenen und Aussiedler Symbol ihres Neubeginns in Deutschland ist.

Ihre Teilnahme haben bereits zugesagt Dr. Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann und andere Vertreter der Politik und Öffentlichkeit. Nach der offiziellen Feierstunde findet die traditionelle Kranzniederlegung statt.

Das Kulturprogramm wird von Kulturgruppen des Landesverbandes Niedersachsen der Landsmannschaft gestaltet.

Kontakt:
Lilli Bischoff, Tel.: 0511-3748466
bzw. 05035-336


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