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Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V

Herr Fetsch

Liebe Mitglieder der Landsmannschaft, liebe Landsleute,

 

wir haben uns bemüht, diese Ausgabe Ihrer Vereinszeitschrift frühzeitig fertig zu stellen, und hoffen, dass sie rechtzeitig vor Weihnachten bei Ihnen angekommen ist.

Das Heft erreicht Sie mit den besten Wünschen für ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr, die ich Ihnen im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen vom Bundesvorstand und aller unserer hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aussprechen darf.

Ich danke Ihnen allen für die Treue, mit der Sie zu Ihrer und unserer Landsmannschaft stehen. Ich danke allen ehrenamtlichen Mitstreitern, die sich seit Jahr und Tag in unseren Reihen für die Deutschen aus Russland einsetzen, und ich danke allen Personen und öffentlichen Einrichtungen, die sich in solidarischer Weise auf unsere Seite gestellt haben. Ohne ihre Hilfe wäre all unser Tun von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Im Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr will ich zwei Themen nennen, die uns 2011 in besonderer Weise beschäftigt haben:

Zum einen die Außerordentliche Bundesdelegiertenversammlumg im Mai, die den vorgeschlagenen Änderungen der landsmannschaftlichen Satzung und Verbandsordnung gewidmet war.

Wie Sie wissen, wurde bei den Abstimmungen jeweils die notwendige Dreiviertelmehrheit verfehlt. Diese Ergebnisse demokratischer Entscheidungen haben wir zu respektieren. Das Kapitel Änderung der landsmannschaftlichen Satzung ist für uns damit jedoch nicht abgeschlossen. Wir werden vielmehr die nächsten Monate nutzen, um den bisherigen Entwurf einer neuen Satzung auf den Prüfstand zu stellen und die eventuell modifizierte Fassung bei der Ordentlichen Bundesdelegiertenversammlung 2012 zur Abstimmung zu bringen.

Das zweite Thema war der 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion nach dem Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Sowjet­union vom 28. August 1941 „Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons leben“.

Ich brauche Ihnen an dieser Stelle gewiss nicht zu erklären, wie viel Leid dieser Erlass und viele ähnliche Erlasse, Verfügungen und Befehle der 1940er Jahre über die Deutschen in der Sowjetunion Stalins gebracht haben. Und wir wissen auch, dass die Verfolgung der Deutschen in der Sowjetunion nicht erst 1941 begann und auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiterging.

Die Gedenkrede bei der Trauerfeier in Friedland hielt der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, der gemeinsam mit dem niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann und den Vertretern der Landsmannschaft auch einen Kranz an der Friedlandglocke niederlegte.

Eine große Ehre und die höchste Anerkennung des tragischen Schicksals unserer Volksgruppe war das Grußwort, das Bundespräsident Christian Wulff uns zu der Gedenkfeier übermittelte.

Neben der zentralen Gedenkfeier in Friedland haben wir in diesem Jahre zahlreiche weitere Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der ehemaligen Sowjetunion durchgeführt.

Ergänzt wurden unsere Veranstaltungen durch die Gedenkschrift "Keiner ist vergessen", die wir Ihnen Anfang Dezember 2011 zugeschickt haben. Die Rückmeldungen, die wir bisher bekommen haben - auch in Form von Spenden -, sind zum allergrößten Teil positiv, und ich denke, dass dieses Buch vielen von Ihnen, die ein schweres Schicksal erlitten haben, Trost und Hoffnung geben wird.

Bereits seit einiger Zeit haben die Planungen der Landsmannschaft für die in den nächsten Jahren anstehenden bedeutenden Jahrestage begonnen, auf die wir auch bei unseren Gesprächen mit Politikern auf Bundes- und Landesebene immer wieder hinweisen:

 

• 2012: 75. Jahrestag des Großen Terrors in der Sowjetunion der Jahre 1937 und 1938, der etwa 55.000 Deutschen des Landes das Leben kostete.

 

• 2012: 70. Jahrestag der Mobilisierungen von deutschen Frauen und Männern für die Zwangsarbeitslager der „Trudarmee“.

 

• 2013: 250. Jahrestag der Veröffentlichung des Einladungsmanifestes der Zarin Katharina II. (22. Juli 1763).

 

• 2014: Gründung der ersten deutschen Kolonie an der Wolga.

Wie ich bei Vorträgen in den letzten Wochen und Monaten betont habe, besteht die gegenwärtige und künftige Aufgabe der Landsmannschaft vor allem darin,

 

der Öffentlichkeit Informationen zur Geschichte der russlanddeutschen Volksgruppe zu vermitteln,

ihr ein realitätsgerechtes Bild der Integ­rationsbereitschaft der Deutschen aus Russland und ihrer Integrationsleistungen zu entwerfen,

die Fortsetzung der Aussiedlung aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion in angemessenem Umfang zu ermöglichen und Familientrennungen zu vermeiden,

gerechte Regelungen in den Bereichen Rente sowie Anerkennung von Ausbildungsgängen und beruflichen Qualifikationen einzufordern,

die Institutionalisierung der russlanddeutschen Kulturarbeit voranzutreiben

und eine adäquate Vertretung der Deutschen aus Russland in politischen Parlamenten zu erreichen.

 

Wir sind dankbar, dass die politisch Verantwortlichen in diesem Land bis zum heutigen Tag zu uns stehen und das Tor für unsere Landsleute, die nach Deutschland kommen wollen, offen gehalten haben – auch wenn der Spalt deutlich kleiner geworden ist.

Gleichzeitig sollte aber niemals vergessen werden, dass es sich für die Bundesrepublik gelohnt hat, so viele Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion wieder zurück in ihre historische Heimat zu holen.

Die Deutschen aus Russland haben ganz gewiss keinen Grund, sich zu verstecken oder gar ihre Identität zu leugnen. Ihre Integrationsbereitschaft ist vorbildlich, ihre Integrationsleistungen sind erstaunlich - das wird uns von allen Seiten attestiert.

Darauf können und sollen wir stolz sein!

Adolf Fetsch, Bundesvorsitzender
 

Was tut die Landsmannschaft?

 

Kulturelle Identität und Zusammenhalt
der Generationen sind Grundsätze landsmannschaftlicher Arbeit

Zahlreiche Dokumentationen, Ausstellungen, Bücher und  Broschüren bringen das Schicksal der Volksgruppe einer breiten Öffentlichkeit nahe, fördern das Miteinander und das gegenseitige Verständnis. Die Wanderausstellung “Volk auf dem Weg: Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland” präsentiert bundesweit das Gestern und Heute der Volksgruppe in Wort und Bild, durch Filme, Berichte Reden Interviews von Zeitzeugen und Auftritte von Kulturgruppen.

 

 

Integration von Spätaussiedlern

1979 hat Baden-Württemberg die Patenschaft über die Landsmannschaft übernommen und dadurch die Bedeutung ihrer Integrationsarbeit unterstrichen. Die Deutschen in der UdSSR durften nach dem II. Weltkrieg nicht mehr in deutschen Schulen lernen und beherrschen häufig ihre deutsche Muttersprache nicht im gewünschten Maße. Die Landsmannschaft hilft diesen Landsleuten bei der Eingliederung. Sie informiert sie zu aktuellen Fragen, bietet offene Seminare und Veranstaltungen sowie kostenlose Sozialberatung (bis zu 50.000 Fälle jährlich) an.

 

 

Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit

Die Landsmannschaft bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Talente zu entfalten — in Arbeitsgemeinschaften, durch Sport, bei Kulturfestivals, Freizeit- und Info Veranstaltungen. Unsere jugendlichen Tanz-, Musik- und Theatergruppen sind bundesweit beliebt und schaffen eine Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens. Die Integrationsprojekte der Landsmannschaft fördern die Eigeninitiative der jungen Menschen, leisten “Hilfe zur Selbsthilfe”.

 

 

Die Landsmannschaft — ein Verein von Gleichgesinnten, eine große Familie

Zentrales Ereignis fur alle Deutschen aus Russland sind die regelmäßig stattfindenden Bundestreffen. Genauso wichtig sind die Aktivitäten der Orts- und Kreisgruppen der Landsmannschaft — Beteiligung am Leben der Kommunen, Kinder- und Familienfeste, Freizeitgestaltung, gemeinsame Fahrten und Ausflüge und vieles mehr.

 

 

Auch Sie sind herzlich eingeladen, sich für Ihre Landsleute zu engagieren!

Gestalten Sie Ihre Zukunft und die Ihrer Kinder mit!